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Eine Ausstellung von 30/03 bis 27/8/06
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»Arno Schmidt? – Allerdings!«
Eine große Sonderausstellung zeigt im Schiller-Nationalmuseum den sprach- und bildmächtigsten Autor der Bundesrepublik
Marbach, 30. März 2006 (dla) – »Mein Leben?!: ist kein Kontinuum!« Der Mann, der diesen Satz schreibt, heißt Arno Schmidt. 1914 wurde er in Hamburg geboren, 1979 starb er in Bargfeld. Dazwischen lagen Jahre, die ihn nach Schlesien und Rheinhessen führten. Heute gilt Arno Schmidt als einer der sprach- und bildmächtigsten Autoren der bundesrepublikanischen Nachkriegszeit. Doch wer war Arno Schmidt eigentlich? Und was macht die Faszination seines Werks aus?

Diese Fragen stellt eine große Sonderausstellung der Arno Schmidt Stiftung, Bargfeld, die vom 30. März bis zum 27. August im Schiller-Nationalmuseum in Marbach am Neckar gezeigt wird. »Arno Schmidt? – Allerdings!« geht den Schreibweisen des großen, der Tradition wie der Avantgarde verpflichteten Autors nach, zeigt ihn als obsessiven Beobachter, als Analytiker des eigenen Sehens und als reflektierenden Geist, der für sein Leben wie für seine Literatur »Berechnungen« anstellte.

In den zehn Abteilungen auf der Beletage des Museums werden unterschiedlichste Schlaglichter auf den Schriftsteller und sein Werk geworfen: Schmidt erscheint als Wort- und Formkünstler, als Landschaftsfotograf und Kartograf, als Liebhaber alter Bücher und politisch-bitterer Kommentator des Weltenlaufs; als Schriftsteller, der an der Schilderung der Lust ebenso viel Lust hat wie am »Ich-Sagen«. In drei Räumen zeigt eine biografische Abteilung, wie schon zu Lebzeiten der Mythos des »großen Einsamen« entstand, der, zurückgezogen von der Außenwelt, im Heidedorf Bargfeld sein Leben der künstlerischen Arbeit unterwarf und es untrennbar mit seinem Werk verknüpfte. Mit Wortwitz und Einfallsreichtum schrieb Schmidt gegen die bestehenden Verhältnisse an und verweigerte den Konsens mit der Restaurationsgesellschaft. Sein erzählerisches Werk von »Leviathan« (1949) über »Zettel’s Traum« (1970) bis zu »Abend mit Goldrand« (1974) zeugt ebenso von diesem Widerstand wie seine Radio-Essays für den Süddeutschen Rundfunk, seine Essays und theoretischen Schriften.

In der materialreichen Ausstellung präsentieren die Kuratoren Susanne Fischer, Jörg W. Gronius, Petra Lutz, Bernd Rauschenbach und Jan Philipp Reemtsma über 500 Objekte aus Schmidts Nachlass, den die Arno Schmidt Stiftung in Bargfeld verwaltet. Viele der Dokumente sind erstmals – und vermutlich letztmals – in dieser Form zu sehen: Gezeigt werden unter anderem Erstausgaben und Bücher aus Schmidts Bibliothek, Manuskripte und Typoskripte des Autors, über 25 von Schmidt selbst angefertigte Landkarten und Kartenskizzen, Fotografien, Dokumente, Schreibgeräte, Devotionalien und merkwürdige Kleinobjekte aus Schmidts Alltag. Besonders hervorzuheben sind die mittlerweile berühmt gewordenen Zettelkästen, die der Autor für seine schriftstellerische Arbeit akribisch erstellte und benutzte, darunter sämtliche acht Kästen zu Schmidts Hauptwerk »Zettel's Traum«.

In unterschiedlich inszenierten Räumen machen Projektionen, aufwändige Schriftanimationen, Ton- und Videoinstallationen die Welt des Schriftstellers lebendig. Das ausgewählte Fernseh- und Radiomaterial zeigt einen Arno Schmidt, der auf dem Höhepunkt seines Ruhms in den bundesrepublikanischen Medien durchaus präsent war – ungeachtet all seiner Versuche, sich und die eigene Arbeit abzuschotten. Für ihre Inszenierung haben die Kuratoren und ihr Gestalter Friedrich Forssman dem Marbacher Schiller-Natonalmuseum eine neue Raumeinteilung gegeben und in den Schiller-Saal eine zweite Ebene eingezogen. Aus dem »pornographischen Lachkabinett« gelangt man über eine Wendeltreppe in die Abteilung des »Ich« sagenden Schriftstellers Arno Schmidt. Hier warten Sitzgelegenheiten auf Besucher, die sich mit Arno Schmidts »Ich«-Sätzen an Ort und Stelle auseinandersetzen wollen (Sprecher: Ulrich Matthes).

Unvertrauten Besuchern will die Ausstellung eine Einführung in die Welt von Arno Schmidt ermöglichen; Kenner entdecken durch die ungewohnte Inszenierung Unerwartetes und Überraschendes. »Arno Schmidt? – Allerdings!« wird von einem vielfältigen literarischen, pädagogischen und wissenschaftlichen Rahmenprogramm begleitet, das auf dem Marbacher Programmplakat und der ausstellungsbegleitenden Website www.arno-schmidt-allerdings.de angezeigt wird.


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